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Begrüßung und
Ansprache 1. Bürgermeister Armin Schaupp
Wenn einmal
tiefere Gedanken über das Ehrenamt angestellt werden, hat dies, wie so vieles im
Leben, zwei Seiten.
Die eine Seite der
Medaille ist die staatliche Seite. Aus deren Blickwinkel wird das Ehrenamt
stärker denn je in den Vordergrund gestellt und viel Lob ausgeteilt. Manchmal
beschleicht mich dabei der Gedanke, ob sich der Staat nicht auf einfachem Wege
seines schlechten Gewissens entledigt, weil er gesellschaftliche Pflichtaufgaben
nicht mehr selbst wahrnimmt und dies durch vielfältige Aktionen zu kaschieren
versucht.
Die andere Seite der
Medaille ist die Person selbst, die ein Ehrenamt ausfüllt. Was ist die
Motivation, dies zu tun?
Zeit, oftmals private Mittel werden eingebracht und große Verantwortung
übernommen.
Wehe es werden Fehler dabei gemacht, dann steht derjenige meist alleine da.
Und trotzdem nehmen Sie alle eine ehrenamtliche Aufgabe wahr – eigentlich schwer
verständlich.
Was steht als Antrieb dahinter?
Ich kann nur versuchen, dies an mir selbst festzumachen. Ich meine, die
tiefe Antriebskraft ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Bin ich auf dieser
Welt, um ausschließlich meinen Egoismus auszuleben oder ist nicht die
Gemeinschaft und das Zusammenleben Voraussetzung für ein Überleben. Ich glaube,
Sie alle haben erkannt, dass es ohne eine Gemeinschaft nicht geht und jeder
eigentlich irgendwo die Pflicht haben sollte, im Rahmen seiner Möglichkeiten
sich mit seinem Potential einzubringen - seinem Wissen, seinem Können, seiner
Kraft und seiner Zeit.
Dabei ist niemand besser einzustufen, der mehr Zeit als ein Anderer aufbringt.
Die Zeit, die eingebracht werden kann, hängt von vielen persönlichen Faktoren
ab.
Was ist dann der Lohn?
Der Lohn ist und kann nicht oft künstlich aufgesetzten Aufmerksamkeiten des
öffentlichen Lebens sein.
Der Lohn ist ein Gefühl tief im Herzen, etwas Gutes getan, etwas für diese
Gemeinschaft eingebracht zu haben.
Dieses Gefühl ist wahrscheinlich der höchste Lohn, den es gibt ... |