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Arnulf Heimhofer wurde
1930 in Burgberg geboren und gilt heute als einer der besten Maler
des Allgäus. Und jeder Burgberger, der Arnulf Heimhofer kennt, weiß, dass er
stolz ist auf
das alte Geschlecht derer von Heimenhofen, die bis zum 14./15. Jahrhundert das
obere Allgäu beherrschten. Sie waren aber dem Druck des Bistums Augsburg völlig
unterlegen - und verarmten
- natürlich laut protestierend, rauflustig - aber anständig!
Und sie wurden auch nicht Raubritter, um den finanziellen Ruin zu verhindern.
Arnulf Heimhofer
behauptet malen zu müssen, weil er nichts anderes gelernt hat.
Dabei wissen zumindest seine Burgberger genau, dass er vor der Kunstakademie in
München
einen „anständigen Beruf“ erlernt hat, nämlich das Schreinerhandwerk.
Nach der Schreinerlehre und einer Volontärzeit als Kirchenmaler studierte er bis
1959 an der Kunstakademie in München bei Prof. Hermann Kaspar, der die
Heimhofersche Malart entscheidend geprägt hat. Die Vielfältigkeit und die
Technik seiner Arbeiten sind bekannt,
er malt Öl auf Leinwand, Aquarelle und macht Bleistiftzeichnungen auf Papier, er
beherrscht die Freskenmalerei, fertigt figürliche und flächige Kupferarbeiten
und weiter, was er früher strikt ablehnte, Blumengrüße. Dabei trägt er
skizzenhaft locker seine Farben auf, und, was bei ihm
sehr
ungewohnt war, zum Teil unter Nutzung der Hartfaseroptik der Malplatte.
Formen, Figuren und Landschaften entstehen durch die Farbe, nicht durch
illustrierende Linien.
Im Reichtum der Farbnuancen, in der Souveränität des Farbeinsatzes, in der
Brillanz seiner Farbverwendung liegt der wichtigste Beitrag Heimhofers zur Kunst
des Allgäus.
Arnulf
Heimhofer war und ist auch ein erfolgreicher Kunstlehrer:
Seine Malkurse besuchten z.B. Manfred Hürlimann, Willi Tannheimer,
Elisabeth Geduld,
<i> Edith Baumann
<i> Gunther le Maire, Wim Mauthe, Gerti Müller,
Helga Benesch, Christl Retert und auch Arnim Gehret war sein Schüler.
In einem Alter, in dem
ein rechtschaffener Bürger längst sein Werkzeug aus der Hand gelegt
hat, malt Heimhofer unverdrossen und pausenlos weiter. Er ist ein Kunstworkoholiker
und
es scheint ihm richtig Spaß zu machen, obwohl er wahrscheinlich die gleiche
Erfahrung
wie Karl Valentin gemacht hat:
Kunst ist schön,
macht aber viel Arbeit.
Stören wir unseren
Meister also nicht in diesem Schaffensdrange - der Allgäuer Kunst zuliebe!
(aus der Laudatio von Heike Zeller, Vernissage Kornhausmuseum Weiler/Allgäu, Mai
2009) |
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